Optimierte Betreuung von Demenz-Patienten im Borromäus Hospital Leer

Einführung verschiedener Maßnahmen zur Unterstützung des Personals und der Erkrankten

Die steigende Zahl an Patienten mit kognitiven, also geistigen Einschränkungen stellt ein Krankenhaus bei der Betreuung zusehends vor Herausforderungen. Das Borromäus Hospital Leer ist sich dem Thema schon lange bewusst und stellt sich mit verschiedenen Maßnahmen darauf ein.

Bereits Ende 2015 haben die beiden Teamleiterinnen Elke Sabev-Kosmis (links) und Sabine Robbe-Hensel ihre Weiterbildung zu Demenzbeauftragten abgeschlossen.Im Borromäus Hospital werden jährlich rund 14.500 Patienten stationär behandelt. In beinahe jeder Abteilung werden Patienten mit der Nebendiagnose Demenz aufgenommen. Insgesamt haben fast 20 Prozent der Patienten eine bekannte kognitive Einschränkung. „Die Zahl der demenziell erkrankten Patientinnen und Patienten nimmt stetig zu und wird auch in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Denn das Durchschnittsalter der Patienten wird höher und im Alter erhöht sich auch das Risiko einer Demenz“, erklärt Kornelia Rynas, Pflegedienstleitung im Borromäus Hospital. „Da sich die betroffenen Patienten nur schwer oder gar nicht mehr in einer fremden Umgebung zurechtfinden, wächst der Betreuungsaufwand für das Pflegepersonal.“

Bereits Ende 2015 haben sich die beiden Teamleiterinnen Sabine Robbe-Hensel und Elke Sabev-Kosmis zu „Demenzbeauftragten im Krankenhaus“ weitergebildet. Sie wollen sowohl die Krankenhausmitarbeiter, als auch die Patienten und Angehörigen für das Thema Demenz sensibilisieren und ihnen beratend zur Seite stehen. 2016 haben sie eine Projektgruppe ins Leben gerufen und bieten Fortbildungen für Mitarbeiter und Ehrenamtliche an. Motivtapeten neben den Zimmertüren erleichtern demenziell erkrankten Patienten im Borromäus Hospital Leer die Orientierung auf den Stationen und das Wiederfinden ihrer Zimmer.Außerdem wurden auf den ersten beiden Stationen Motivtapeten neben den Zimmertüren der Patienten angebracht. Jede Tapete zeigt einen anderen Gegenstand wie zum Beispiel eine Feder im Tintenfass, einen altmodischen Haustürschlüssel oder eine Schneiderpuppe: „Vor allem Dinge von früher werden von den älteren Patienten oft gut erinnert und sie merken sich das Bild der Schneiderpuppe neben ihrer Tür besser als ihre Zimmernummer“, erklären die beiden Demenzbeauftragten. „So kann in manchen Fällen verhindert werden, dass sich ein Patient in den für ihn gleich aussehenden Krankenhausfluren verirrt.“

Auch außerhalb des Krankenhauses werden die Bemühungen des Borromäus Hospitals unterstützt. So hat der Landfrauenverein Overledingermarsch vor etwa anderthalb Jahren 25 aufwendig genähte Decken für die demenziell Erkrankten erstellt. Diese sind mit Knöpfen, Reißverschlüssen, Kordeln und vielen anderen Dingen versehen, damit die Patienten mit ihren oft unruhigen Händen daran nesteln und spielen können. „Wir freuen uns über die Unterstützung und auch die Patienten und Angehörigen sind äußerst dankbar“, so Sabine Robbe-Hensel und Elke Sabev-Kosmis und sie sind sich einig: „Wir werden weiter daran arbeiten, eine ganzheitlich ausgerichtete Versorgung, die sich an den besonderen Bedürfnissen der Betroffenen orientiert, im Borromäus Hospital zu fördern.“

Zur Demenz-Erkrankung:

Das Hauptmerkmal der Demenz ist laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) eine Verschlechterung von mehreren geistigen Fähigkeiten im Vergleich zum früheren Zustand. Dazu zählen neben dem Gedächtnis kognitive Leistungen wie Aufmerksamkeit, Sprache, Auffassungsgabe, Denkvermögen und Orientierungssinn. Menschen mit Demenz haben zunehmende Schwierigkeiten, sich neue Informationen einzuprägen, die Konzentration auf einen Gedanken oder Gegenstand zu richten, sich sprachlich auszudrücken, die Mitteilungen anderer zu verstehen, Situationen zu überblicken, Zusammenhänge zu erkennen, zu planen und zu organisieren, sich örtlich oder zeitlich zurecht zu finden und mit Gegenständen umzugehen. Meist kommen zu den kognitiven Einschränkungen Veränderungen der sozialen Verhaltensweisen, der Impulskontrolle, des Antriebs, der Stimmung oder des Wirklichkeitsbezugs hinzu.

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